In unserem Haus legen wir Wert auf die Entwicklung und Erhaltung einer Abstinenzkultur, dennoch werden auch gehäuft rückfällige Bewohner nicht zwangsläufig entlassen.

Rückfällige, suchtmittelabhängige Bewohner werden - soweit medizinisch vertretbar - bei uns im Hause versorgt. Stärker intoxikierte Personen werden zur Entgiftungsbehandlung ins nächste Krankenhaus verlegt. Außer in Extremfällen vermeiden wir jedoch Rückverlegungen in ein Bezirkskrankenhaus, wenn es nicht aus medizinischen Gründen notwendig erscheint.

Abstinenz von Suchtmitteln sehen wir auch bei "Bewohnern mit Doppeldiagnose"- und Psychisch Langzeitkranken als wichtiges Ziel unserer Betreuung. Ein Alkohol- oder sonstiges Suchtmittelverbot ist jedoch aus unserer Sicht nur dann sinnvoll, wenn die betreffende Person grundsätzlich in der Lage ist, es auch einzuhalten. In Fällen, wo Suchtmittelkonsum offensichtlich dazu dient, psychotisches Erleben zu "behandeln", bevorzugen wir eine eher sehr behutsame, nur wenig konfrontative Intervention, die der betroffenen Person am ehesten gerecht wird.