Patienten mit Doppeldiagnose sind in erster Linie Patienten mit einer Psychose und bedürfen daher einer Behandlung nach den gängigen Standards - in der Mehrzahl der Fälle im Sinne einer Pharmakotherapie.

DoppeldiagnosenpatientInnen, wie auch psychisch Langzeitkranke sind in vielen alltäglichen Situationen überfordert und nur gering belastbar, zumeist auch weniger stark konfrontierbar als Suchtmittelabhängige. Hieraus folgt, dass die therapeutischen Zielsetzungen für diese Bewohner in den Bereichen Gruppen- und Handlungstherapie, Freizeitgestaltung und Sport wesentlich bescheidener anzusetzen sind, als bei "reinen" Suchtmittelabhängigen. In der Arbeit mit ihnen muss sowohl mit einem Rückfall, als auch mit dem Ausbruch der Psychose, oder mit beidem gleichzeitig gerechnet werden.

In Einzelfällen kann es auch erforderlich sein, zur Stabilisierung des psychischen Zustandes (bzw. der Abstinenz) eine vorübergehende Verlegung in ein psychiatrisches Fachkrankenhaus vorzunehmen.