Bürgermeister Johannes Müller besucht die Maximilianshöhe

Zeitungsbericht der Chamer Zeitung von Freitag, 11. Juni 2010

Das Therapiezentrum „Maximilianshöhe“ ist für viele Patienten das Licht am Ende des Tunnels. Die Therapeuten arbeiten seit der Gründung im Jahr 1996 daran, den krankheitsbedingten sozialen Abstieg zu stoppen, die Demoralisierung der Anvertrauten nicht noch weiter ausufern zu lassen und ihnen wieder Lebensmut- und fähigkeit zu geben. In Anwesenheit seiner Gattin Wilma, der Verwaltungsleiterin Regina Vogel und des Leitenden Diplom-Psychologen Dr. Jürgen Dörfert schilderte Bernhard Bröckelmann, Chef und Betreiber zweier Therapiezentren für Psychosoziale Rehabilitation, Bürgermeister Johannes Müller seine Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung, die nach dem neuesten Stand auch den Sozialbereich nicht verschone.

Wie Bernhard Bröckelmann ausführte, betreibe das Therapiezentrum Wohngemeinschaften in der Grenzstadt, in Windischbergerdorf und in Cham. In nächster Zeit werde man versuchen, diese auswärtigen Wohngemeinschaften auf die Grenzstadt zu konzentrieren. Das Betreute Wohnen in einer Wohngemeinschaft bezeichnete Bröckelmann als eine moderne Entwicklung.

Zu einer Wohngemeinschaft gehören in der Regel drei bis vier Personen, die sich nach der stationären Therapie in Furth im Wald als stabil genug bewiesen haben, mit sich selbst und der Umwelt zu Rande kommen. Sie müssen ihren Unterhalt mit der vom Landratsamt erhaltenen Sozialhilfe bestreiten. In der Regel sind diese Patienten noch für zwei bis sechs Stunden im Arbeitsprozess fest verankert und werden sozialpädagogisch betreut.

Die Struktur des Alters der Patienten sei übrigens sehr unterschiedlich, das Durchschnittsalter liege bei 40 Jahren. Kürzlich weilte Bezirkstagspräsident Franz Löffler in der Maximilianshöhe. Mit ihm werde versucht, weitere Plätze für Patienten in Wohngemeinschaften zu beantragen und zu erhalten. Das im Jahr 2003/ 04 eingeführte Modell mit den Wohngemeinschaften bezeichnete Bröckelmann als gelungen. Das Ziel für die Mehrfachabhängigen, die sozial entwurzelt waren, lautete auf soziale Integrierung.

Neuerdings werde auch eine Suchtprävention mit Schulen durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler kommen für einen Tag in der Woche, insgesamt dreimal, in die Maximilianshöhe, um sich mit den Patienten auszutauschen. Dabei erfahren sie die Krankheitsbilder, die durch Alkohol oder Drogen entstehen. Außerdem wird ihnen vermittelt, wie schwierig es ist, aus diesem Teufelskreis wieder herauszukommen.

Nach Aussage von Bernhard Bröckelmann werde auch mit dem gesamten Umfeld der Patienten zusammengearbeitet, um sie in die Gesellschaft zu integrieren. Wert wird in diesem Zusammenhang auf die besondere Verantwortung der Nachbarschaft gegenüber gelegt.

Weitere Informationen betrafen das umfangreiche Arbeitsfeld, in dem 35 Beschäftigte (Therapeuten, Sozialpädagogen, Psychologen, Verwaltungsangestellte) zum Wohle von 66 stationären Patienten wirken. Durch die Verlegung der Wohngemeinschaften in die Grenzstadt erhöhe sich die Zahl der zu Betreuenden.

Die Zusammensetzung der Patienten in den Wohngemeinschaften wurde übrigens als nicht schwierig bezeichnet, da sie sich über einen längeren Zeitraum kennen gelernt haben. Einmal monatlich stellen sich 15 ehrenamtliche Frauen für einen Nachmittag zur Betreuung der Patienten (Kennenlernen, Unternehmungen) zur Verfügung. Die Betreuung beziehungsweise Therapierung dauere zwei bis sechs Jahre.

Die Rückfallquote von Patienten in den Wohngemeinschaften sei sehr gering. Dies hänge mit der Struktur der Langzeittherapie in der Maximilianshöhe zusammen.

Bürgermeister Johannes Müller

Wilma und Bernhard Bröckelmann, Dr. Jürgen Dörfert und Regina Vogel begleiteten Bürgermeister Johannes Müller durch die Räumlichkeiten der Maximilianshöhe.

Bürgermeister Johannes Müller versprach abschließend jede mögliche Unterstützung durch die Stadt, vor allem bei der Suche nach geeigneten Wohngemeinschaften. Nach den vielen Informationen durch die eingangs erwähnten Verantwortlichen und der Besichtigung der einzelnen Therapieabteilungen verabschiedete sich das Stadtoberhaupt.