Max und Moritz in der Maxi Suchtpräventions-Projekt "Bücher bauen Brücken"

Projekt Bücher bauen Brücken

Über 180 Einzelveranstaltungen zählt das landesweite Suchtpräventions-Projekt „Bücher bauen Brücken“ allein im Landkreis Cham. Organisiert wird es vom Amt für Jugend und Familie (Landratsamt), der Stadt und der Stadtbibliothek Cham und dem Kulturreferat des Landkreises. Sehr viele Funktionsträger, Institutionen und Privatpersonen bringen sich das ganze Jahr über in diese vorbildliche Sucht-Vorbeugungsaktion ein, führen Lesungen durch oder organisieren Lese-Veranstaltungen an originellen Orten, vorwiegend für ein jugendliches Publikum. 

 Projekt Bücher bauen Brücken

Aus der Erkenntnis heraus, dass Kinder und Jugendliche, die beizeiten ihre Persönlichkeit und Fantasie mit dem Lesen von Büchern und überhaupt mit künstlerischen und kulturellen Aktivitäten entwickeln und stärken können, lädt das Therapiezentrum Maximilianshöhe Furth im Wald Schüler aller Altersstufen aus Furth und Bad Kötzting nun schon im 3. Jahr in ihre Einrichtung ein, um ihren Blick für die allerorts lauernden Suchtgefahren zu schärfen (z. B. das Projekt „Kunst statt Sucht“ u.v.m. - wir berichteten bereits mehrfach über diese Vorzeigeaktionen). Auch z.Zt. läuft wieder eine solche Maßnahme mit der Nachmittagsbetreuung des Schulzentrums Bad Kötzting. Da war es für die Leute von der Maxi natürlich eine Selbstverständlichkeit, sich bei „Bücher bauen Brücken“ persönlich und mit ihrer ganzen verfügbaren Infrastruktur zu beteiligen.

Projekt Bücher bauen Brücken

So luden die Familie Bröckelmann und ihr Team am Gründonnerstag zu einer etwas anderen, lockeren Leseveranstaltung in die Maxi ein. „Lustige Schnitzeljagd nach Wilhelm Busch“ lautete das Motto des unterhaltsamen und doch lehrreichen Vormittags – zwei Dutzend von der Schulleitung gut vormotivierte Kinder, vorwiegend aus der Further Grundschule, aber auch einige Hauptschüler bis zur 7. Jahrgangsstufe trotzten dem winterlichen Wetter, wanderten zur Maximilianshöhe und nutzten den Ferientag zum literarischen Spaß mit Max und Moritz und ihren gar garstigen Streichen.

 Projekt Bücher bauen Brücken

Dort angekommen, wartete bereits ein kindgerechtes, aufwändig vorbereitetes Programm auf sie: Es gab leckere heiße Waffeln und Tee, soviel man wollte. Zunächst galt es aber, den Einstieg in die „Max und Moritz“-Geschichten von Wilhelm Busch zu finden. Wilma Bröckelmann hatte dazu ein paar clevere Ideen parat – 60 DIN A4-Blätter mit Zeichnungsserien aus dem Busch-Buch hatte sie vorher schon auf dem gesamten Außengelände versteckt (Im Garten, im Wald, in den Anlagen usw.), die es von den Schülern zu finden galt. Für die war es eine Riesengaudi, auf „Schnitzeljagd“ zu gehen und so dauerte es gar nicht lange, bis alle Blätter entdeckt und in der richtigen Erzählreihenfolge auf dem Turnhallenboden ausgelegt waren.

Zur Belohnung gab´s bunte Käfer aus Schokolade – Käfer kommen ja auch bei „Max und Moritz“ vor. Auch einige Bewohner der Maximilianshöhe beteiligten sich an dieser quicklebendigen Aktion und reihten sich auch in den Zuhörerkreis bei der anschließenden Lesung ein, wo „Hausherr“ Bernfried Bröckelmann und Pflegedienstleiter Hans Höcherl, auch bekannt von der Laienbühne Schorndorf e.V., von den „bösen Buben“ und ihren armen Opfern berichteten. Gespannt und konzentriert konnten alle verfolgen, wie schlimm es die Zwei trieben und dann letztendlich ihre verdiente Strafe erhielten.

 Projekt Bücher bauen Brücken

Eine wiederum in vielerlei Hinsicht gelungene Aktion des Therapiezentrums: Einerseits Kinder und Jugendliche für das Lesen an sich zu motivieren, andererseits durch die persönlichen Kontakte zu Betroffenen  zum Abbau von Vorurteilen gegenüber dem Therapiezentrum und seinen Bewohnern beizutragen. Was bei jungen Leuten ja bekanntlich besser, nachhaltiger und unkomplizierter klappt als bei Erwachsenen. Suchtprävention als Ziel und Inhalt von „Bücher bauen Brücken“ lebt auch von solchen praktischen Erfahrungen, die den Kindern hier ermöglicht werden.